Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 vor dem Schwebebahnhof Vohwinkel

Wenn man die Feuerwehr ruft

Es ist noch recht früh an diesem Sonntag, als gegen zwanzig nach acht die Funkmeldeempfänger die Morgenruhe unterbrechen.

Ob frühstückender Familienvater, noch schlafender Student oder tüchtiger Heimwerker, das was eben war, gerät zur Nebensache: Die FF Vohwinkel ist zusammen mit den Feuerwachen 1 und 3 der Berufsfeuerwehr zu einer unklaren Rauchentwicklung in ein Vohwinkeler Gewerbegebiet alarmiert.

Während sich die Berufsfeuerwehr von Elberfeld aus direkt auf den Weg macht, eilen die ehrenamtlichen Einsatzkräfte zunächst zum Gerätehaus an der Rubensstraße.

Auf dem Feuerwehrparkplatz treffen schon nach knapp zwei Minuten die ersten Feuerwehrfrauen und -männer ein. Im Sekundentakt erreichen weitere Kameraden die Wache. Manche wohnen in unmittelbarer Nähe und laufen zu Fuß, andere kommen per Fahrrad oder Auto.

Die Feuerwehrangehörigen legen in der Fahrzeughalle ihre persönliche  Schutzausrüstung an und schon nach kurzer Zeit kann das erste Löschgruppenfahrzeug vollbesetzt zum Brandort auszurücken.

Am Einsatzort stellt sich schnell heraus, dass der Brand bereits erloschen ist. Nach einer Kontrolle der Brandstelle und der Rücksprache mit der Berufsfeuerwehr können die ehrenamtlichen Einsatzkräfte nach einiger Zeit wieder abrücken und sich dem Frühstücken, Ausschlafen oder Basteln widmen. Man freut sich, den Sonntag wie geplant fortsetzen zu können und ist froh, dass der Einsatz dieses Mal so glimpflich ausgegangen ist.

Insgeheim ist man aber auch darüber froh, dass bei diesem Einsatz in kurzer Zeit genügend Kräfte zur Verfügung standen. Mit ihnen hätte man auch eine kritische Situation in den Griff bekommen.

Bei diesem Einsatz war das zum Glück nicht erforderlich. Die Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit zeigen aber, dass es vor allem an gewöhnlichen Arbeitstagen immer schwieriger wird, ausreichend Personal zur Verfügung zu haben. 

Warum wir Peronsalprobleme haben

Die Ursachen sind vielfältig und liegen zum Beispiel darin, dass

  • die Mitglieder zunehmend nicht mehr im Ort arbeiten und dadurch tagsüber nur eingeschränkt verfügbar sind oder längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen.
  • die Mitglieder heutzutage ihren Arbeitsplatz nicht ohne weiteres verlassen dürfen.
  • sich tendenziell weniger Menschen für das Ehrenamt begeistern lassen.
  • der Feuerwehr einige (gesellschaftliche) Vorbehalte entgegen stehen, wodurch die Mitgliedschaft an Attraktivität verloren hat.

Dagegen wiegt, dass Feuerwehreinsätze nicht weniger werden und oft zeitkritische Notlagen darstellen, in denen Menschen unmittelbar kompetente Hilfe benötigen.

Uns ist sehr daran gelegen, dass den Bürgern der Stadt Wuppertal auch künftig schnelle und professionelle Hilfe zukommt. Hilfe, die zu gleich auch für die Stadt Wuppertal bezahlbar ist und darauf beruht, dass die Berufsfeuerwehr in den Randbezirken durch schlagkräftige Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt wird. Und das nicht nur am Wochenende. Genauso Wochentags. 365 Tage im Jahr. 24 Stunden am Tag.

Mit oder gegen den Trend?

Zu gerne würden wir uns dem Trend des Mitgliederschwundes in den Weg stellen. Doch wie es langfristig um die Schlagkraft der Freiwilligen Feuerwehren bestellt ist, liegt maßgeblich in der Hand jedes einzelnen Bürgers.

Für die Stadt Wuppertal wünschen wir uns, dass die Freiwillige Feuerwehr wieder einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft gewinnt - verbunden mit der Sicherheit, dass in Not geratenen Menschen unmittelbar und kompromisslos geholfen werden kann.

Bürgermeinung: Jetzt sind Sie gefragt

Um weitere Anhaltspunkte und Meinungen zur geschilderten Problematik zu erhalten, sind wir stets daran interessiert, wie Sie die Situation als Bürger einschätzen.

  1. Wie bewerten Sie den Stellenwert der Freiwilligen Feuerwehr in der Gefahrenabwehr der Stadt Wuppertal?
  2. Haben Sie bereits von den beschriebenen Problemem gehört oder sind Ihnen die Aspekte weitgehend neu?
  3. Können Sie sich vorstellen, sich auf ehrenamtlicher Basis in einer Feuerwehr zu engagieren?
  4. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie bei der Mitgliedschaft in einer Feuerwehr?
  5. Was hindert Sie möglicher Weise an einer aktiven Mitgliedschaft? 
    Ist es die wenige Zeit, die Ihnen in Anbetracht beruflicher und familiärer Verpflichtungen noch bleibt?
    Sind es etwaige Klischees gegenüber der Feuerwehr?

Gerne nehmen wir Ihre Meinung entgegen. Schreiben Sie uns dazu doch eine eMail an mail@ff-vohwinkel.de oder verwenden Sie unser Kontaktformular.

Für persönliche Gespräche stehen Ihnen unsere Mitglieder selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Welchen Weg Sie auch wählen mögen, wir freuen uns auf Ihre Meinung.
Ihre Freiwillige Feuerwehr Vohwinkel